Menschen des Hanseviertels - Im Gespräch mit dem Graveur Micky Mews

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Einzelstück – Der Graveur Micky Mews gibt Geschenken mit persönlichen Gravuren eine einzigartige Note

An dem Graveur Micky Mews kommt im Hanseviertel keiner vorbei. In seinem maritimen Kostüm fällt er auf, ist ein Unikat und verbreitet Freude. Doch wie ist er eigentlich zu seinem Beruf gekommen? Und was hat es mit der Kostümierung auf sich? Wir haben uns im Hanseviertel mit dem Graveur getroffen und über seine Zeit in der Einkaufspassage gesprochen.

Die Mütze von Micky Mews ist geschwungen, wie eine Welle und erinnert sofort an eine altertümliche Seereise. In seiner dunkelblauen Tracht passt er perfekt zum hanseatischen Stil der Passage. Und das kommt nicht von ungefähr. „Ich habe einen Freund, einen Maler, der mich vor Jahren auf die Idee gebracht hat“, erzählt er. Um auf den großen Handels- und Verbrauchermessen das Hanseviertel zu präsentieren, warf der Graveur sich in ein traditionelles französisches Gewand von vor 250 Jahren. Gefunden hat er es in dem Fundus des Studio Hamburgs. Die Kostümierung hat er bis heute behalten: „Es erleichtert den Zugang, weil die Leute das Kostüm lustig und nett finden. Sie machen gerne Fotos mit mir und ich glaube, in einigen Fotoalben dieser Welt halten Sie mich wahrscheinlich für den Bürgermeister von Hamburg, weil ich so oft auftauche“.

Micky Mews hinterlässt nicht nur auf Silberlöffeln und Champagnerflaschen seine Gravuren, sondern prägt das Hanseviertel schon seit vielen Jahren mit seiner Ausstrahlung und seinem positiven Lebensgeist. Viele berühmte Hamburger und Traditionsunternehmen, wie zum Beispiel Reedereien, lassen bei dem Graveur ihre Geschenke personalisieren. „Es sind originelle Geschenke, wie zum Beispiel Flüstertüten“, diese werden dann Kunden von Übersee mit auf die Reise gegeben. Ganz besonders in Erinnerung ist ihm der Direktor Bernhard Paul vom Zirkus Roncalli. Für ihn durfte Micky Mews Schilder mit Namen von weltberühmten Artisten anfertigen, die auf Marmorplatten befestigt wurden.

Viele umliegende Geschäfte schicken ihre Kunden direkt zu dem Graveur. Die meisten Gravuren kann Micky Mews direkt vornehmen und seine Kunden müssen nicht, wie bei vielen Geschäften, zwei Wochen auf ihre Gravur warten. In Gläsern, Flaschen, Löffeln oder Feuerzeugen graviert er zum Beispiel Zahlen, Ziffern, Worte und teilweise auch Motive. „Was in letzter Zeit sehr beliebt geworden ist, sind die Koordinaten“, erzählt er, „ich frage meine Kunden dann immer, wofür die Gravur steht. Meistens geht es um die Liebe. Beispielsweise den Tag des Kennenlernens oder den ersten Kuss. Das ist wirklich niedlich“. Die Geschenke zeichnen sich durch genau diese persönliche Note aus – sie sind einzigartig!

Micky Mews verbindet viel mit dem Hanseviertel. Es ist für ihn ein Herzstück der Stadt: „Ich möchte nirgendwo anders meine Arbeit machen als im Hanseviertel. Und das hat was mit der wunderschönen Atmosphäre zu tun“. Von Donnerstag bis Samstag (13 bis 20 Uhr) findet man ihn an seinem Gravurstand an der großen Weltkugel am Ausgang zur Straße Große Bleichen.